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Bochum, Opel-Werk, Tor 1. Ein kurzer Marsch, ein Treppenhaus – und dann öffnet sich eine Tür zum Großraumbüro. Hier logiert BOwerk. Auf dem Campus der Hochschule war kein Platz mehr für 20 voll ausgestattete Computerarbeitsplätze.
Das Ziel des Universitäts-Teams lautet: Elektrokleintransporter, zwei Sitze, vier Türen, 500 kg Zuladung. Es soll den Anforderungen von kleinen und mittelständischen Unternehmen im Regionalverkehr gerecht werden. Das Land NRW fördert das Projekt, das im August 2010 startete, mit 3,1 Mio Euro. Und zahlreiche Industriepartner aus der Region wirken an der Entwicklung mit: Composite Impulse, Delphi, Hoppecke, Scienlab, Stadtwerke Bochum und TÜV NORD.
Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt (IAA) gab es erste Eindrücke zu sehen. "Baut man ein Fahrzeug um die Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs herum, kann eine fast beliebige Gewichtsverteilung mit niedrigem Schwerpunkt erreicht werden", erklären die Entwickler. Demzufolge macht es wenig Sinn, einen "Benziner" zu einem "Stromer" umzubauen. Vielmehr eröffnet nach Ansicht der Wissenschaftler der elektrische Antrieb neue Konzepte. Im Unterschied zur in der Automobilindustrie favorisierten "selbsttragenden Karosserie" setzen die Entwickler auf das oft bei Lkw verwendete Konzept der "nicht selbsttragenden Karosserie". Und entwickeln es weiter. Die Bochumer nennen das: "Skateboard"-Design. Sie integrieren alle elektrischen Komponenten in das "Skateboard". Dies dient dann als Plattform auf der alle weiteren Fahrzeugteile aufgebaut werden: Ladeflächen, Fahrgastzelle etc..
Auf der IAA waren auch weitere Entwicklungen zu betrachten: Eine Heizung etwa, die ihre Wärme unter anderem aus den Elektromotoren gewinnt. Außerdem setzen die Bochumer Radnabenmotoren ein, weil diese bei der Energierückgewinnung besonders effektiv sind: "Langfristig wird sich bei hochwertigen Fahrzeugen Vierradantrieb durchsetzen, da dann sowohl eine Energierückgewinnung an allen vier Rädern als auch eine einfache Realisierung von Fahrerassistenzsystemen möglich ist", erklären die Entwickler.
Verantwortlich für das Projekt sind Prof. Friedbert Pautzke, Prof. Wolf Ritschel und Prof. Michael Schugt, Institut für Elektromobilität, Hochschule Bochum.
Kontakt: Institut für Elektromobilität
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