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Solarwave: Um die Welt mit Sonne und Wind
Schiffe
Monday, 17 October 2011 07:36   |   Written by Nikolaus Scherzberg
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Fotos: Solarwave

Heike Patzelt und Michael Köhler haben wieder festen Boden unter den Füßen. Ihre Yacht "Solarwave" überwintert in Griechenland. Die "Solarwave"-Saison 2011 ist zu Ende. Zeit für eine Betsandsaufnehme, finden die beiden Kärntner.

Seit 2005 fahren die beiden mit ihrem Solar-Katamaran um die Welt. Sie haben das erste Motor-Boot, dass ausschließlich durch Sonne- und Windenergie angetrieben und versorgt wird. Am Anfang erschien all dies als gewagtes Projekt. Doch inzwischen sind die beiden Skipper sicher: "Die Technik ist ausgereift."

In Ihrem Internet-Logboch notieren sie:
"Alle Komponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt und funktionieren einwandfrei, die Zeit ist reif, mehrere Boote in verschiedenen Größen und Designs zu bauen. Ein neues Zeitalter der Seefahrt hat begonnen! Dass emissionsfreie, umweltverträgliche Produkte nicht notwendigerweise teurer als ihre "fossilen" Vorgänger sein müssen, wird mit diesen Yachten unter Beweis gestellt. Anstelle von Mast, Baum, Wanten, Segel, Winchenuvm werden Solarpaneele und Batterien installiert, anstatt der Dieselmotoren mit Tanks erhält die Yacht Elektromotoren für den Antrieb und einen kleinen Lade-Generator, um auch bei anhaltend schlechtem Wetter ausreichend Energie zur Verfügung zu haben."

Ziel des Solarwave-Projektes ist es, die Machbarkeit einer Umwelt und Ressourcen schonenden sowie kostengünstigen Lebensweise unter Beweis zu stellen, betonen Heike Patzelt und Michael Köhler. Sie wollten kein futuristisches Boot bauen um damit auf Rekordjagd die Welt zu umrasen: "Wir wollen die Menschen auf unserem Planeten erreichen – dort, wo sie leben und dort wo sie fühlen – in ihren Herzen." Und auch dies wollen die beiden österreichischen Pioniere: "Wir wollen Umweltschutz leben, nicht nur davon sprechen – oder um es mit den Worten von Reiner Calmund, dem Taufpaten der Solarwave zu sagen: ,Heike und Michael – zwei die nicht quatschen, sondern machen.'"

Doch was nutzen die schönsten Konzepte - sind die Technologien sie umzusetzen vorhanden? Sind die notwendigen Geräte einsatzbereit? Taugen sie für den zuweilen rauhen Alltag auf den Ozeanen dieser Welt?

In ihrem Internet Log-Buch schreiben die beiden "Sonnen-Segler":
"Wie ein typisches Charterboot hat die Solarwave von Frühjahr bis Herbst 2011 beinahe fahrplanmäßig jede Woche ca. 120 bis 150 Seemeilen zurückgelegt, dabei waren zumeist 8 Personen – Gäste, Interessenten, Journalisten und die Crew - an Bord, für die täglich 3 Mahlzeiten gekocht wurden – ausschließlich mit Solarstrom – der Generator wurde seit Wien im Mai 2010 (außer zu Wartungszwecken im Hafen liegend, mit vollen Batterien, unter Zeugen und nur für wenige Minuten) nicht mehr gestartet! Weil es nicht notwendig war."
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Dabei bietet die "Solarwave" einen überraschenden Luxus: Es wird ausschließlich selbst produziertes Trinkwasser und Brauchwasser verwendet. Neben 2 Tiefkühlern, einem amerikanischen Kühlschrank, Induktionsherden, Backrohr mit Mikrowelle, Heißluft und Grill gibt es an Bord auch eine Klimaanlage, eine Waschmaschine, 5 elektrische Warmwasserboiler und eine Entsalzungsanlage, die für bis zu 1000 Liter Dusch- und Trinkwasser pro Tag sorgt.
...

"Ein herkömmliches Charter-Segelboot hätte in diesem Zeitraum und auf dieser Strecke nicht nur etliche Gasflaschen und tausende Plastik-Wasserflaschen, sondern auch mindestens 4000 Liter Diesel verbraucht. Alleine mit diesem Geld könnte man schon einen Satz neuer Batterien – das einzige Verschleißteil an Bord – kaufen, was aber gar nicht nötig ist. Sie sind ebenso stark wie am ersten Tag, weil sie kaum belastet werden, da die Yacht zumeist mit dem Strom fährt, der gerade von den Paneelen produziert wird. Nur mit Solarenergie! Die Solarwave ist unabhängig von Sonne und Wind jeden Tag unterwegs. Selbst bei Fahrstrecken von teilweise über 60 Seemeilen am Tag erreicht die Solarwave am Abend den nächsten Hafen mit vollen Batterien. So voll, dass oft andere Yachten ihr Ladegerät bei der Solaryacht einstecken dürfen, um ihre Batterien aufzuladen und sich dadurch Motorlaufzeiten im Hafen zu ersparen."

Heike Patzelt und Michael Köhler kommen zu diesen Schlüssen: Für den Preis einer Seriensegelyacht könne ein individuell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittenes Schiff gebaut werden, das wartungsfrei und praktisch frei

Info


Informationen über das Boot, das Projekt sowie die Spezifikationen: Solarwave

Mitfahr- und Testmöglichkeit auf der "Solarwave": ab € 397 pro Person pro Woche.

von Betriebskosten fahre und verglichen mit einer herkömmlichen Segelyacht sogar deutlich mehr systemimmanenten Luxus biete: "Aufgrund der hohen Batteriekapazität die für den Antrieb an Bord ist, steht natürlich immer ausreichend Energie für den Haushalt zur Verfügung. Licht- und Wassersparen, das Laufenlassen des Motors in einer schönen Bucht oder die Suche nach einem Landstromanschluss um die Batterie zu laden, Anstellen an der Tankstelle, das Tragen von Diesel-Kanistern, das Kaufen und Schleppen von Trinkwasserflaschen gehören der fossilen Vergangenheit an." Solar-Yachten seien, nach Ansicht der Weltenbummler, "absolut autark und fahren immer so geräuschlos wie ein Segelboot das segelt. Ohne Wartung, ohne Kosten, unbegrenzt weit, unbegrenzt lange."