Home Schwimmt Schiffe Die Windjammer kommen wieder
+ + + Mobile-Zukunft.Net sucht Menschen, die ihr Leben der Elektro-Mobilität verschrieben haben. Das können Fahrzeugingenieure, Elektrowagenverkäufer , Elektrofahrzeugschrauber, Elektromotorumbauwerkstätten usw. sein, denen das Faible für Elektroautos und andere Elektrofahrzeuge im Blut liegt. Hier erzählen sie ihre spannenden Geschichten. Schreiben Sie uns: info(at)mobile-zukunft.net + + +
Die Windjammer kommen wieder
Schiffe
Tuesday, 31 January 2012 10:45   |   Written by Nikolaus Scherzberg


Video: Skysails

Die Skysails-Segel dienen als Zusatzantrieb und ziehen das Schiff mit Hilfe des Windes. Zur wind- und routenoptimalen Steuerung trägt ein vollautomatisches Steuerungssystem (Autopilot) bei. Die Steuerung ermittelt unter anderem, in welcher Höhe und wie die maximal mögliche Windenergie eingefangen werden kann. Dazu muss der Zugdrachen sich in mindestens 150 m Höhe befinden und Flugbahnen in Form einer Acht fliegen.

Mit einem dynamisch fliegenden Zugdrachen kann physikalisch betrachtet die leistungsfähigste Form der Windkraftnutzung realisiert werden. Das jetzt auf der "Boot" vorgestellte neueste System SKS C 320 soll bei gutem Wind eine Zugkraft im Seil von über 320 Kilonewton (kN) erzeugen können. Dies sei, so der Hersteller, mehr als der Schub beider Triebwerke eines Airbus A321. Auch die Spannweite des Zugdrachens ist mit einem A321 vergleichbar. Mit über 30 Metern ist sie in etwa so groß wie die Spannweite der Tragflächen dieses Flugzeugs.

Bei dieser Art von Segel fällt die typische Schräglage (Krängung) eines mit Wind und Segel betriebenen Schiffes weg. Der Umbau bzw. Anbau des Drachensegels soll auf fast allen Frachtschiffen und Großyachten möglich sein. In kürzester Zeit, manchmal schon innerhalb eines Wochenendes, könnte ein Drachensegel an fast jedem Frachter oder auch an Großyachten angebracht werden, verspricht Skysails.

Konstruiert ist dieses System ausschließlich für den Einsatz auf hoher See. Betrieben werden kann das Segel bis zu 50 Grad am Wind, der beste Vortrieb wird bei 120 bis 140 Grad erzielt. Gegen den Wind kann nicht gefahren werden.

Die Verringerung der Schiffsnutzfläche durch das SkySails-System sei wirtschaftlich unbedeutend, so Skysail. Die Deckskomponenten sind nur im Vorschiffsbereich installiert, der ohnehin nicht für Ladung verwendet wird. Der aus Textilien bestehende Zugdrachen ist zusammengelegt leicht zu verstauen und beansprucht an Bord wenig Platz. Ein 160m² großes Skysail besitzt im zusammengefalteten Zustand beispielsweise nur die Größe einer Telefonzelle. Ferner behindern keine störenden Aufbauten das Laden und Löschen im Hafen oder Brückendurchfahrten, da der Zugdrachen in Landnähe eingeholt wird.

Der Zugdrachen wird während des Fluges von einem Autopiloten gesteuert. Die bestehende Mannschaft ist für die Bedienung des Skysails-Systems ausreichend - so entstehen
keine zusätzlichen Personalkosten, sagt der Hersteller.

Bis zu 35 Prozent der Brennstoffkosten könnten mit einem Zugdrachen eingespart werden, rechnet Skysails. Danach würden pro KW Antriebsleistung nur ca. ein Drittel der Kosten im Vergleich zu einem herkömmlich betriebenen Schiffsdiesel verursacht. Zudem werde aufgrund der Verringerung des Seeschlags und der Torsionskräfte im Seegang, neben der Sicherheit auch die Lebensdauer des Schiffes erhöht. Eine Amortisierung des Systems sei in drei bis fünf Jahren zu erwarten.

Hersteller-Kontakt: Skysails